Robert Walk – Schwiegermuttergigolo

Die gestrige Fahrt über Quebec und Montreal nach Cornwall – am Sonntag – war eher so mittel. Das war nicht mehr das entspannte Dahinrollen auf mäßig bis gar nicht befahrenen Straßen, sondern teilweise wirklich dicker Verkehr mit Stop-and-Go. Aber immerhin war das Wetter schön…

Für die heutige Fahrt von Cornwall nach Hamilton galt Letzteres schon nicht mehr.

Auch wenn der Regen immer mal wieder aufgehört hat, war die Fahrt über den 1000 Islands Parkway nicht so schön, wie es hätte sein sollen.

Im Zweifel kommen wir nächste Woche auf dem Weg vom Prince Edward County nach Ottawa hier noch einmal vorbei. Dann stelle ich mir das auch sehr hübsch vor. Wenngleich ich mich frage, ob das praktisch ist auf diesen winzigen Inseln zu leben und nur mit dem Boot zum Festland zu kommen:

„Hast Du die Butter mitgebracht?“

„Ach verdammt, ich bin in zwei Stunden wieder da.“

Mit dem Eintritt in den Orbit von Toronto wich der Regen dann zunehmend…

dem Stop-and-Go. Für eine Stadt, die kleiner als Berlin ist, war das an einem Montagnachmittag (14-16 Uhr) ein beeindruckendes Aufgebot auf 12 Spuren. Teilweise hat mich das Navi auch vom Expressway auf den Collector – die äußeren drei Spuren – geleitet. Allein war es alles für die Katz und es hat ewig gedauert.

Ich war ja vorgewarnt und hatte reichlich Puffer, so dass ich pünktlich zur Landung von LH470 aus Frankfurt am Flughafen Toronto war. Allein die Lufthansa war nicht da. Die hatte in Frankfurt noch eine Stunde am Flieger rumgeschraubt. So durfte ich mich vor Ort vergnügen. Dabei ergab sich mal wieder die Frage wieso sich eigentlich immer verhaltensauffällige Menschen neben mich setzen, wenn ich irgendwo abschimmele?

Aber Wurscht, irgendwann war Mutti dann auch da und wir konnten die letzten 75 Minuten (ohne Stau 38 Minuten) nach Hamilton angehen. Ja, ich habe jetzt wieder für zwei Wochen eine Reisebegleiterin. Das hat mir in den letzten Wochen sehr üppiges Frühstück beschert.

Dazu muß man wissen, dass die Bed&Breakfasts in denen ich nächtige ganz überwiegend von Großmüttern betrieben werden. Oftmals verwittwet oder geschieden und wenn nicht, dann herrschen Sie zumindest über die soziale Interaktion mit den Gästen und das Frühstücksbuffet.

Wenn ich denen erzählt habe, dass ich jetzt wieder zurück nach Toronto fahre, um mit meiner Mutter zwei Wochen durch Kanada zu fahren, waren die ganz verliebt. Der Frühstücksteller dieses gutherzigen, jungen Mannes, der so ausgehungert aussieht – Bundweite 28! – füllte sich immer wieder aufs Neue. Ganz beiläufig wurde beim Braten zusätzlichen Frühstücksspecks die Verwandtschaft nach geeignetem Verkupplungsmaterial durchforscht…

11 Kommentare

  1. Haustier sagt: Antworten

    Die Damen sind ganz offensichtlich von Sinnen. Es gibt keine andere logische Erklärung für ihr Verhalten.
    Ansonsten: Sei nett zu Deiner Mutter!

    1. Rob sagt: Antworten

      Die Damen würden sich wünschen, dass Sie nicht mit dem Bus an den ehemaligen Grenzübergang Helmstedt oder vergleichbare Highlights in den „Urlaub“ fahren.

  2. Haustiers dickes Weib sagt: Antworten

    Wenn der Mund ordentlich mit Frühstücksspeck gestopft wird, kommen ja auch nicht soviele Frechheiten raus..

    1. Rob sagt: Antworten

      Eine win-win-Situation!

  3. tomte sagt: Antworten

    Was war das für eine verhaltensauffällige Person, die sich neben Dich gesetzt hat, als zu „abgeschimmelt“ bis? – Darauf bist Du gar nicht tiefer eingegangen!
    Bei einer Bundweite von 28 kommt bei Deinen Mitmenschen u.U. Mitleid auf!

    1. Haustier sagt: Antworten

      Er hat vermutlich neben einem Spiegel gesessen und es nicht bemerkt…

      1. TomTe sagt: Antworten

        …somit hätte er sich seine vorgenannten Frechheiten selbst „verpasst“! Durchaus auch ein interessanter Gdeanke! – evtl. die Lösung diverser Kommunikationseskapaden 😆

      2. Rob sagt: Antworten

        Seit wann fliegen selbstverliebte Papageien von einem Spiegel weg?

    2. Rob sagt: Antworten

      Die üblichen Verdächtigen. Zuerst Frau mit zwei verhaltensauffälligen Kindern. Das konnte ich noch akzeptieren. Aber die Smartphone Mama war mir dann zuviel. Die hat das aufmerksamkeitsbedürftige Balg angewiesen sich hinter mich zu setzen und sich selbst vor mich gestellt. Da sie nur Augen für die neue Frisur von Max Putzklo – oder wie der la-di-da-Heini heißt – hatte blieb mir das Balg dessen Schreie nach Aufmerksamkeit in meinem Ohr endeten…

  4. TomTe sagt: Antworten

    …ach ja, wir haben viel Spaß hier (vgl. Dein Kommentar vom 23.07.17)

    1. Rob sagt: Antworten

      habe ich mir schon gedacht…

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