Geldwäsche für Dummies

Nachdem der Ärger aus dem Kessel war, konnten wir heute noch einmal nach Banff fahren. Das bedeutet zwar rund 250 km Fahrt, aber was tut man nicht alles für den buckeligen Besuch am letzten Tag. Zudem sind wir hier im Herzen von Oily-Canada und die Zapfsäule hat gestern erstmals mehr Liter als CAD angezeigt – heißt 1 Liter Benzin kosten unter einem CAD, also 0,67 € pro Liter Benzin.

Ursprünglich wollten wir von Jasper nach Banff und dann nach Calgary, aber bei den Übernachtungspreisen in Banff wird einem nur noch anders. Während wir für die Doppelzimmer im B&B, Hostel oder Motel zwischen 70 und 100 CAD pro Nacht gezahlt haben, war der Preis im Nationalpark Jasper 165 CAD pro Nacht. Das war übrigens deutlich günstiger als jede ansatzweise akzeptable Unterkunft in Banff.

Also sind wir über Edmonton nach Calgary gefahren, wo wir dann heute den Tagesausflug gemacht haben. Hier war dann das genaue Gegenteil von Banff angesagt.

Im gutbürgerlichen Stadteil Scenic Acres haben wir für 38 CAD pro Nacht den gesamten Keller plus die gemeinsame Nutzung des Erdgeschoss mit Wohnbereich…

und Küche…

wo Edda gleich daran gegangen ist sich selbst zu verwirklichen. Im ersten Stock wohnen noch eine Französin, die kaum englisch spricht und eine Horde Australier.

Nun ist Calgary nicht Jasper oder Banff, aber dennoch riecht das hier komisch – und nein Thies, ich bin es nicht, denn ich habe geduscht. Für alle, die hier wohnen ist das eine prima Geschichte. Normalerweise bekommt man für den Preis nur ein Bett im Schlafsaal im Hostel. Die chinesische Vermieterin war gar nicht anwesend und hat uns einfach telefonisch den Türcode gegeben. Gerade hat Ihre Tochter die 77 CAD für zwei Nächte eingesammelt und ist gleich wieder weg.

Ich schätze mit dem Geschäftsmodell ein Haus zu kaufen und zimmerweise an Rucksackreisende zu vermieten ist die gute Frau der Star jeder Nachbarschaftsversammlung. Wenn Ihr mich fragt, ist jemand, der so billig anbietet mehr an Umsatz, als an Gewinn interessiert. Das wiederum riecht streng nach Geldwäsche. Nach zwei Nächsten hier habe ich Edda und mich in den Rang von Triaden-Azubis erhoben. Also passt auf mit wem Ihr Euch anlegt!

 

7 Kommentare

  1. Martin sagt: Antworten

    Unabhängig davon wie oder wonach es „riecht“……es ist doch gut für deine Reisekasse. Und wenn dort der Sprit preiswert ist, warum nicht auch die Unterbringung. So kannst du dir woanders mal etwas mehr Luxus gönnen … =)
    p.s. wie lange bleibt Edda noch bei dir?

    1. Rob sagt: Antworten

      Ja, für mich ist es super, für den geneigten Leser ist Geldwäsche aber spannender als eine nette Unterkunft und mein Kontostand…
      Edda ist schon in Seattle…

  2. TomTe sagt: Antworten

    Der aufmerksame und treue Leser wird sich sicherlich erinnern, dass Edda am 05.06.17 den Rückflug geplant hat (Eintrag vom 23.05.17).

    1. Rob sagt: Antworten

      Streber!

  3. Haustiers dickes Weib sagt: Antworten

    Dann gute Reise! Wir haben es auch zurück über den Teich geschafft, nur unser Gepäck konnte bei unserem Umsteigesprint in Amsterdam nicht mithalten und kommt angeblich morgen nach. Und wohin wird es den kleinen Robert jetzt noch allein mit Mr Ed in Kanada hinverschlagen?

    1. Rob sagt: Antworten

      Ja, bei meinem Flug nach Neuseeland 2015 ist mein Gepäck in Abu Dhabi noch mitgekommen, wollte sich aber noch Sidney anschauen. War eher mittellustig, da ich am nächsten Morgen nach Christchurch weitergeflogen bin.
      Wenn Du wissen willst, wie das Märchen weitergeht und ob die belgische Schwiegermutter und der böse Wolf Posemuckel noch zusammen im Backofen landen, musst Du natürlich jeden Tag fleissig weiterlesen!

  4. Haustiers dickes Weib sagt: Antworten

    Das glaube ich. Wir haben das Glück, dass unsere Koffer ja nur voller Schmutzwäsche stecken. In USA erstmal eine neue Grundausstattung zu shoppen, hätte mich wohl auch dezent verärgert (obwohl ich eine Frau bin und das Wort „shoppen“ fiel). Und – das werde ich natürlich, da ich zu der von Tomte erwähnten Lesergruppe gehöre.

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