Willkommen in Aotearoa

Aotearoa? Das ist das Land der großen, weißen Wolke – also Neuseeland – Ihr Kulturbanausen.

Aber der Reihe nach. Der Flug hielt bis auf eine Verspätung von einer Stunde keine wirkliche Überraschung bereit. Auch am Flughafen war der Passkontrolldulli – erwartungsgemäß – muffelig aufgelegt. Nölt er tatsächlich rum, weil ich angekreuzt habe, dass ich Gegenstände mit einem Wert von über 700 Kiwi-Dollar mit mir führe. Tut mir leid, aber selbst nach der Reparatur übersteigt der Wert meines Kites immer noch 500 €.

Dann nur noch fix ins Hotel direkt am Flughafen und um 2 Uhr nachts war ich im Zimmer. Der Portier bietet mir an wegen des später Einchecken das Auschecken um 11 Uhr an. Ach Quatsch, ich will morgen rechtzeitig anfangen alles zu organisieren und außerdem bin ich gar nicht müde. Also schau ich noch ein bisschen im Internet rum, lege mich um 2:30 Uhr ins Bett und schlafe erstmal nicht ein. Erst gegen 3 Uhr muss ich kurz eingeschlafen sein und als ich aufwache, ist es sogar hell draußen, denn es ist…wie spät? 11:57 Uhr? Oh. War ich wohl doch müde…

Das späte Auschecken ist dem Portier aber wurscht und auch die Mietwagenfirma holt mich nach zehn Minuten ab. Den Wagen kann ich mir sogar aussuchen: Blauer japanischer Kombi mit hellen Sitzbezügen oder beiger japanischer Kombi mit dunklen Sitzbezügen? Ene-mene-meck…OK blau, ich meine den finde ich eher wieder. Das war ein klassischer Irrglauben. Ich bin nach einem Tag schon dreimal am eigenen Auto vorbeigerannt, da die Kiste durch nichts auffällt.

Dann wird es Zeit sich an die Preise in Neuseeland zu gewöhnen. Beim Fahrrad geht es noch. Die Jungs im Laden meiner Wahl schrauben gebrauchte Räder so zusammen. Ich merke, dass es schon Hochsaison ist, denn übermäßig groß ist die Auswahl nicht. Aber bis Montag ist das Ding immerhin fertig.

Danach kommt das Thema Grill. Selbst im Baumarkt gibt es als Einstiegsmodell nur den kleinen Kugelgrill von Weber, den ich auch zu Hause habe. Der Preis von gut 90 € ist stolz, aber nicht drastisch über dem in Deutschland. Für einen Sack mit zehn kg Holzkohle fast 30 € aufzurufen ist dagegen schon unverschämt. Die scheinen hier kein Holz zu haben…

Ich schaue mir aber zuerst mal die ersten Hostels an. Soweit ich mich erinnere haben die meisten einen eigenen großen Gasgrill zu freien Verwendung. Beim Besuch im Supermarkt habe ich beschlossen oft zu grillen. Ich wusste noch, dass es nicht günstig wird, aber bestimmte Sachen erstaunen einen auch beim zweiten Mal.

Äpfel kosten 3 € pro kg? Ob die auch aus Südtirol kommen? Hier scheinen keine Äpfel hergestellt zu werden…

Deutscher Emmentaler für 20 € pro kg? Wieso wird Käse aus Deutschland eingeführt? Scheinbar ist Milch irgendwie knapp. Kiwi-Käse gibt es zwar deutlich billiger aber der ist nur in zwei Geschmacksrichtungen erhältlich. Wobei Geschmack geprahlt ist. Bevor jetzt Eddo Meadow oder sonstwer rumnölt es gäbe drei Sorten: Cheddar ist kein Käse und hat keinen Geschmack, zählt also doppelt nicht.

Immerhin passen die Preise für Fleisch so einigermaßen – vorausgesetzt man bringt Hunger für ein halbes kg Fleisch mit, denn kleinere Verpackungen jibbet nüscht.

Mich beschleicht das Gefühl ich hatte ein Loch im Geldbeutel. Also nochmal schnell was abheben und dann ab ins Hostel. Das wird auch noch einmal spannend. Irgendwer ist darauf gekommen, dass viele Touris kostenlos mit Kreditkarten Geld abheben. Also haben einige Banken Gebühren für das Abheben mit ausländischer Kreditkarte eingeführt. Ich hatte die Hoffnung, dass sei nur in Sri Lanka so, aber die internationale Rattenkommunikation scheint gut zu funktionieren…

Nach einer Nacht mit mäßigem Schlaf ging es heute auf zum Orientierungsmarsch durch Auckland. Ich habe noch nicht entschieden was ich von der Stadt halten soll. Die Lage mit zwei Häfen und den (erloschenen) Vulkanen im Stadtgebiet ist durchaus reizvoll – siehe das neue Titelbild.

Auf der anderen Seite ist die Stadt so unfassbar zersiedelt, dass es schon nicht mehr lustig ist. 1,4 Mio. Einwohner (100.000 weniger als in München) wohnen auf einer Fläche wie, die knapp 17mal so groß ist wie die von München. Wie man das schafft?

Jeder hat ein Einfamilienhaus – OK, Haus ist auch geprahlt. Das macht die Stadt dann irgendwie beliebig. Zusammen mit dem Wetter, das gestern noch gut war, aber jetzt eher regnerisch daherkommt macht das hier nicht so viel her. Ich hatte mich schon gefragt wo das schlechte Wetter in Kalpitiya war. Jetzt weiß ich es: Es ist schon einmal vorgeflogen. Auch schon hier sind die Busladungen voller Chinesen…

15 Kommentare

  1. Haustier sagt: Antworten

    Oh mein Gott, 20 €für Emmentaler Käse? Ich hoffe das Sauerkraut, die Weißwürste und die Kartoffeln sind günstiger! Wovon soll der Mensch sonst leben?

    Und nein, Robert, die andere Autofarbe hätte Dir nicht weitergeholfen. Um Deine fehlende Fähigkeit, Körperformen zu differenzieren, auszubügeln, hätte es einer Farbe wie Pink oder Lila bedurft.

    1. Haustiers dickes Weib sagt: Antworten

      Wie schön, Körper = Auto, hier spricht der wahre Liebhaber. Aber die Wahrnehmungsstörung für Körperformen wird schlimmer, schließlich hat er schon das Attribut „dick“ für mich in Frage gestellt. Wenn das geschieht, wird die Erde eine Scheibe…

      1. Rob sagt: Antworten

        Es könnte auch sein, dass ich im Urlaub bin und mir relativ viel Wurscht ist…

    2. Rob sagt: Antworten

      Fängste jetzt auch an hier sarkastisch sein zu wollen wie Frodo? Für den ist das nicht gut ausgegangen, oder haste von dem nochmal was gelesen?

  2. TomTe sagt: Antworten

    Bei den Preisen mußt Du wohl in die outlaws und auf Selbstversorgung umstellen. Kauf Dir lieber eine vernüftige Knarre statt Deutschen Emmentaler!

    1. Rob sagt: Antworten

      Interessanterweise hab ich gestern mit Thomas aus dem Wald (bzw. Woid) gesprochen, der hier immer fischen gegangen ist. Aber Fisch verfüttert man ja nur an Haustiere… Jagen ist wohl auch sehr beliebt, aber ich mag mein Fleisch schon tot!

      1. Haustier sagt: Antworten

        Bäh, Fisch🤢

      2. TomTe sagt: Antworten

        Ich kenne ja Deine Vorliebe fūr Fisch. Vielleicht fällt beim Anblick Deines blauen japanischen Kombis ein Wombat tot um? Gib die Hoffnung niemals auf!

        1. Rob sagt: Antworten

          In dem Bezug auf meionen „blauen“ Kombi muss ich auf meinen nächsten Beitrag verweisen.

  3. Andobär sagt: Antworten

    Apropos Wassergetier: Ich hoffe mein Hinweis erreicht dich noch rechtzeitig: Spiegel online warnt aktuell vor explodierenden Walkadavern an Neuseelands Stränden! Also nur, weil du nicht selbst jagen möchtest, heißt das nicht, dass du in alles Tote eine Gabel jagen solltest. Grillen hin oder her.

    1. Haustier sagt: Antworten

      Die wichtigere Nachricht hat Andobär gemeinerweise unterschlagen: Sie schneiden Löcher in die Kadaver. Pass also auf wo Du Dich hinlegst und sei wachsam!

      1. Rob sagt: Antworten

        habe hier noch keine Wale gesehen…OK, gerade ist ein blonder deutscher Wal an mir vorbeigelaufen. Aber wenn man da ein Loch reinschneiden würde, würde das sofort zuwachsen!

        1. TomTe sagt: Antworten

          Die Personenbeschreibung passt auf meine Nichte, die ist seit November vor Ort und reist in 14 Tagen wieder ab!!!

          1. Rob sagt:

            Die Personenbeschreibung trifft auf die Hälfte der Touris und 90 % der Kiwidamen zu. Da fällt Deine Nicht hier nicht auf…aber schön dass Du eine so hohe Meinung von ihr hast!

    2. Rob sagt: Antworten

      Ich zitiere mein buckeliges Haustier: „Bäh, Fisch🤢“

Schreibe einen Kommentar