E-Mail…High-Tech-Shit!

Heute ging es einmal mehr an die raue Nordküste von Neufundland. Die Gegend um Twillinggate bietet steil abfallende Kliffs für den nicht ganz schwindelfreien Robert.

Nach der Kletterei gab es aber auch immer wieder eine schöne Aussicht…

wie hier auf den Hafen von Twillingate. An neun Monaten im Jahr gibt es hier auch Eisberge, aber Anfang September sind die dann doch mal geschmolzen…

Ich wäre sehr gerne noch etwas länger in der Gegend geblieben um eine lustige Fährfahrt nach Fogo-Island zu machen. Das sollte aber nicht sein. Meine Liebe zu Air Canada ist Euch ja bekannt. Das ist übrigens etwas was mich mit den meisten Kanadiern verbindet! Es gibt aber etwas, dass mich hier noch mehr auf die Palme bringt, als Air Canada: E-Mails.

Edda kann bestätigen, dass ich ungern auf Englisch telefoniere. Besonders wenn es um präzise Angaben wie Reifengrößen oder Check-In-Daten geht, bevorzuge ich E-Mails. Dummerweise sehen die Kanadier das völlig anders. Auf vier Mails an B&B, Motels oder Hotels bekomme ich durchschnittlich eine Antwort. Diese Branche sticht damit durch die hohe Professionalität heraus – nein, das ist kein Schreibfehler. Andere Dienstleister – wie Reifenhändler – antworten bestenfalls auf eine von zehn E-Mails.

Von Fogo Island habe ich auf vier Anfragen auch eine Antwort bekommen…nach zwei Tagen. So ist das Inselchen ausgefallen.

Steve hat es gestern schön zusammengefasst: „You wonder how those people stay in business.“ Wenn ich dann doch mal irgendwo anrufe muss ich arg an mich halten, wenn meine Anfrage nicht beantwortet werden kann. Oftmals sind der Buchungskalender oder die Inventarliste nicht greifbar. Es ist schon mehrfach passiert, dass dann ätzender Spott durch die Telefonleitung tropfte:

In Deutschland haben wir Briefe, die wir auf unseren Computern eintippen. Die werden dann von elektronischen Elfen binnen Minuten an andere Menschen zugestellt. „We call that E-Mail…High-Tech-Shit!“

Bemerkenswert ist dabei, dass die Internet-Infrastruktur in Kanada eigentlich sehr gut ausgebaut ist – deutlich besser als beispielsweise in Neuseeland. Dabei wurden zuerst öffentliche Räume in jedem Nest erschlossen. Zumeist sind das die Bibliotheken. Wenn es – wie in Meat Cove auf Cape Breton Island – keine Bibliothek gibt, muss auch mal das örtliche Restaurant herhalten:

Wenn man allerdings diese mysteriöse Technik nicht bedienen kann, hilft die dickste Anbindung nüscht…

12 Kommentare

  1. Haustier sagt: Antworten

    Braucht man Internet-Infrastruktur denn nicht nur für Pornos?

    1. Rob sagt: Antworten

      Tja, das ist sehr unpraktisch in der öffentlichen Bibliothek…

      1. Haustier sagt: Antworten

        Das liegt nur an Deiner übertriebenen Scham.

        1. Rob sagt: Antworten

          Ja, aber die ist auf diesem Ende des Kontinents generell sehr ausgeprägt…

  2. TomTe sagt: Antworten

    Es stellt sich nun die Frage, in welche Richtung der ätzende Spott durch die Telefonleitung tropfte! Warst Du der Adressat oder der Absender – oder beides?

    1. Haustier sagt: Antworten

      Du kennst doch Robert, er war natürlich der Adressat. Und nur der Adressat! Das kleine, geduldige Unschuldslamm.

      1. Rob sagt: Antworten

        Gelegentlich ja, oftmals eher nein…

    2. Rob sagt: Antworten

      Ich habe es hier mit Kanadiern zu tun. Die sind zu höflich um so boshaft zu sein…

  3. Martin sagt: Antworten

    Hey Rob…und da heißt es immer Deutschland sei im Rückstand mit der Online-Entwicklung bzw. Anbindung und der Nutzung der Möglichkeiten. So wie es ausschaut sind andere Teile des Planeten auch nicht viel besser oder sind die dem ganzen Onlinewahn schon überdrüssig und dies ist die Antwort darauf…..man ignoriert und als Kanadier hat man halt Zeit zu warten?? Der Deutsche scheint dies ja zu verlernen bzw hier ist ja „das Warten“ eine vom Aussterben bedrohte Fähigkeit …….

    1. Rob sagt: Antworten

      Wenn man die geringe Bevölkerung auf der Fläche ansieht ist Kanada beim Breitabdnausbau durchaus weiter als Deutschland. Allerdings zahlt man hier mindestens 80 CAD pro Monat für Internet… Der monatliche Preis ist ja eher das Problem: Es darf nichts kosten!

  4. Martin sagt: Antworten

    zum Teil aber auch, weil keiner weiß wie sich die Kosten zusammensetzen..? Wenn ich im hinterletzten Winkel wohne und man mir ein Top Anbindung anbietet und die auch wirklich die Leistung bringt, kann ich mir schon vorstellen, daß auch der heimische Bürger nachvollziehen kann das dies nicht für 9,99 wie in einer Metropole zu bekommen ist..?!

    1. Rob sagt: Antworten

      Keine Sorge, in Toronto wird man für den Internetzugang auch geschröpft…

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