Prinzessinnen die auf den Erbsen reiten

Bevor es morgen wieder gen Auckland geht, bleibt nur noch ein Thema, dass ich noch nicht verarbeitet habe: Die Eingeborenen. Ja, das wird eine indigene Studie – mit Fingerfarben und Wachsmalstiften. Das wird sicher interessanter als ein verliebtes Gürteltier auf eine Bowlingbahn.

Die Jungs und Mädels hier sind ja eng verwandt mit den Maori auf Neuseeland und so ahnte ich was mich diesbezüglich hier erwartet.

Ja, die Eingeborenen sind gute Essensverwerter. Da sich hier viele mit Rollern fortbewegen kommt einem im Straßenverkehr so manche Prinzessin auf der Erbse unter. Besonders drollig wird es, wenn hinten auf dem Roller ein Kind sitzt, dass auch mit der vollen Spannweite der Arme nicht um Mamis Hüfte kommt.

Bereits im Flieger von Rarotonga nach Aitutaki gab es einen Ausblick auf die Aitutakianer. Nachdem mein Nachbar es bis zu mir in die vorletzte Reihe geschafft hatte, brach er erstmal keuchend zusammen – ja, Reihe 9 ist ein weiter Weg – nur um dann die beiden Sitze auf der rechten Seite in Beschlag zu nehmen.

Denkwürdig war auch der zweite Besuch im Superstore. Da standen an der Kasse vor mir drei Grazien. Eine war größer als ich und alle waren signifikant breiter als ich. Die Supermärkte sind definitiv der Ausgangspunkt des Dramas. Die beiden größten – und immer gute gefüllten – Regale sind die für Kekse und Chips.

Dann sieht man auf der Insel die großen Schilder: „Investiere in Gesundheit und höre auf zu rauchen.“ Toll, aber hier rauchen nur Touris und auch der Alkoholkonsum erscheint mir bei den Aitutakianer nahe null. Also fehlt nur das Schild: „Iss was Vernünftiges!“

Das Ganze ist umso tragischer, da viele Menschen hier wirklich sehr freundlich und hilfsbereit sind. OK, einige schauen sehr grimmig, aber ich glaube das ist genetisch eingebaut. Als ich gestern zu Fuß losgezogen bin, um ein paar letzte Fotos zu machen, musste ich mich wieder der Leute erwehren, die anhalten, um mich mitzunehmen und erst abgelassen haben, als ich erklärt habe, dass die Bilder vom Roller verwackelt sind…

Ganz besonders bemerkenswert sind aber unterschiedlichen Begabungen, wie ich es mal nennen will. Wenn es um handwerkliche Fähigkeiten oder ums Improvisieren geht, macht man den Jungs und Mädels hier nix vor. Da alles schwer zu bekommen ist, funktionieren alle Dinge ewig, es sei denn ein Touri nimmt sie in die Hand. Legendär sind da Roller und Autos, die sich nach drei Minuten unter einem Touri verabschieden und in der Hand eines Eingeborenen sofort zu neuem Leben erwecken.

Auf der anderen Seite ist Wissen das man nicht im Leben auf Aitutaki erwirbt eher spärklich gesäht. Das Niveau der Schulen dürfte ziemlich unterirdisch sein. Ich mache das mal an zwei Beispielen fest:

An der Baustelle, an der ich am ersten Tag mit dem Fahrrad vorbei musste gab es das neuseeländische System der atmenden Ampel mit Walkie-Talkie. An beiden Enden der Baustelle steht also jemand mit einem zweiseitigem Schild. Auf der einen Seite steht „Stop“, auf der anderen Seite „Go“. Wenn ich mich nähere sollte die erste lebende Ampel die zweite Ampel fragen, ob er mich durchlassen kann.

Ich sage nur, dass das nicht so funktioniert hat. Erst mit meiner Mithilfe war die Weiterfahrt möglich. Es war übrigens kein Einzelfall, da ich mittlerweile x-mal durch diverse Baustellen gefahren bin. Es hat schon irgendwann funktioniert, aber sicher nicht so, wie der Erfinder der Schilder sich das gedacht hat. OK, ich habe mittlerweile gelernt, dass die Schilder quasi mit mir hier eingetroffen sind, aber das System finde ich jetzt nicht sooo schwierig…

Etwas anstrengender war es da bei der Passkontrolle am Flughafen in Rarotonga. Als Deutscher kann man 31 Tage ohne Visum einreisen. Ich bin vom 30. März bis 30. April hier und ich musste mal so langsam zu meinem Anschlussflieger nach Aitutaki… Das war für den – überaus netten – Grenzer aber echt zu hohe Mathematik. Auch durch das Hinzuziehen seiner Kollegin konnte er das Rätsel nicht lösen. Wahrscheinlich hätte auch ein dritter Kollege nicht geholfen, da sie auch dann nur 30 Finger bei 31 Tagen gehabt hätten…

Man muss jetzt nicht unbedingt wissen wie viele Tage es vom 30. März bis 30. April sind. Ich finde es aber logisch, dass es vom x-ten des einen Monats zum x-ten des Folgemonats nie mehr als 31 Tage sein können. Es können 30 oder 31 Tage sein oder auch einmal 28, aber nie 32!

In finsterem Ausblick auf den Nahkampf mit Trumps Fremdenlegion am Flughafen in Auckland am 6. Mai (Flug nach Los Angeles) möchte ich aber bereits hier anmerken, dass mir ein matheschwacher, aber netter Grenzer unendlich lieber ist, als die Schäferhunde, die die amerikanischen Grenzen bewachen!

Das war es jetzt aber von Aitutaki. Abflug ist morgen (Sonntag) 12:25 Uhr.

Abfahrt zum Flughafen ist 12 Uhr. Ich schaue mal wie oft ich mich noch aus Neuseeland melde. Danach werden die ersten Tage in Vancouver auch eher organisatorisch geprägt, so dass es bis zum 13. Mai wahrscheinlich wenig zu erzählen gibt. Aber gut, ich war ja auch der Meinung ich schreibe wenig von Aitutaki…

12 Kommentare

  1. TomTe sagt: Antworten

    Du wirst aus Neuseeland sicherlich noch einiges berichten können, auch wenn es nur 5 Tage sind.

    1. Rob sagt: Antworten

      berichten können und berichten wollen…da ist ein Unterschied

  2. TomTe sagt: Antworten

    Alternativ: berichten müssen!

    1. Haustier sagt: Antworten

      Nix da alternativ. Da er nicht mal mit seinem Fallmanager konferieren muss besteht für ihn die Pflicht, hier zu schreiben. Sonst erklären wir seinem Mieter, wie der Robert auf den S… gehen kann!

      1. Rob sagt: Antworten

        Das wird er auch, aber nicht mehr heute. Ich habe tatsäcghlich leichten Jetlag von zwei Stunden Zeitunterschied…

        1. TomTe sagt: Antworten

          EINE RUNDE MITLEID!

          1. Rob sagt:

            Aber bitte aufrichtiges Mitleid!

  3. Haustier sagt: Antworten

    Wenn Du in Los Angeles zwischenlandest kennst Du den Flughafen ja schon. Und wie und wo Du dort Fahndungssterne los wirst weißt Du auch. Zur Not findest Du auf dem Rollfeld Helikopter (mal mit, mal ohne gatling gun). Wo ist Dein Problem?

  4. TomTe sagt: Antworten

    ..er kann das Ding nicht fliegen!

    1. Haustier sagt: Antworten

      Er ist viel weniger ungeschickt als man es glauben mag (ich weiß, fällt schwer). Aber in GTA V hat er so manche Fähigkeiten in LA unter Beweis gestellt.

      1. Rob sagt: Antworten

        Ja, aber normalerweise besetze ich den Platz an der Gatling oder lehne mit MAschinengewehr aus der Tür und irgendwer anderes muss fliegen…

    2. Rob sagt: Antworten

      Das stimmt…

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