Kandy und das Queen´s Hotel

Als Kompensation für die Unbillen der Nachtwanderung hatte ich mir selbst eine Nacht im Queen´s Hotel in Kandy gegönnt. Zugegebenerweise hatte ein Froschmützenträger aus Leipzig die Empfehlung gegeben und es hat mich nicht enttäuscht.

In punkto Service, Ausstattung und Sauberkeit läuft wahrscheinlich jedes Ibis dem alten Schuppen den Rang ab. Es ist nicht so, dass das Queen´s hier schlecht wäre, aber in der Preisklasse geht es definitiv besser.

Aber für den Klimbim war ich ja nicht da, sondern für die Austrahlung eines 160 Jahre alten britischen Kolonialhotels. In der Kategorie ist das Queen´s Meister seiner Klasse. Schon die Lage im Zentrum direkt am See ist klasse – wenn auch von Verkehrslärm geplagt.

Einige Attraktionen wie das hoteleigene Freibad habe ich nicht mal gesehen. Auch die Bar, die treffend als „quirky“ bezeichnet wurde, habe ich nur noch kurz inspiziert. Wem es gelingt die chinesischen Reisegruppen – hattet Ihr gedacht die sind weg? – auszublenden, kann sich hier zwischen Teakholzfußboden und -decke, breiten dunklen Gängen und großzügigen Salons in das 19. Jahrhundert zurückversetzen.

Meine Idee wäre es das Queen´s als eine Art FDGB-Ferienheim für Reichsbürger und AFD-Anhänger zu bewerben. „Hier ist die Welt noch in Ordnung: Alles sieht wie führer aus. Braune Männer bedienen weiße Männer. Frauen sind an der Leine zu führen!“

Nach dem Ausschlafen bin ich dann noch um den See getigert. Beim berühmten Zahntempel habe ich es beim Blick von außen belassen. Ich habe genug Tempel gesehen, um zu wissen: Der ist auch langweilig.

Also blieb nur noch die Fahrt nach Colombo:

„One ticket second class to Colombo.“

„Which train, sir?“

„The…next one?“

„12:45?“

„Yes.“

„That one is three hours late.“

Ja, das war blöd. Aber so viel hat Kandy für mich nicht mehr zu bieten.Die Parks hätten zu viel Zeit in Anspruch genommen. Also bin ich mit dem nächsten Zug um 15 Uhr nach Colombo gefahren.

In der „S-Bahn“nach Dehiwala waren dann noch zwei Australier, die wissen wollten, ob die Bahn nach Galle fährt. Dazu muss man wissen, dass diese Bahn sehr gemächlich unterwegs ist. Für die 10 km nach Dehiwala braucht sie fast eine halbe Stunde. Irgendwann könnte diese Bahn im 120 km entfernten Galle ankommen. Aber sie hätten da doch in Colombo zweimal nachfragen sollen, da es definitiv bessere Möglichkeiten gibt.

Bei Harshi hat dann schon ein reichhaltiges Abendbrot gewartet hat. Man muss sich ja stärken für die faulen zwei Wochen…

8 Kommentare

  1. TomTe sagt: Antworten

    Nehmen die in dem FDGB-Ferienheim auch mauerbauende US-Amerikaner mit blonder Föhnfrisur auf? „One-way ticket third class to Kandy“?

    1. Rob sagt: Antworten

      Der Schuppen hat nur drei Sterne. Besagter Ami braucht zumindest sieben. Den siebten Stern gibt es für den Barbier, der einen toten Fuchs rückwärts auf den Kopp tackern kann.
      Frag die Pension Koch, denen fehlt der noch (wuhu, ein Reim!).

  2. Haustier sagt: Antworten

    Was haben Dir die armen Menschen angetan, dass Du solche Vorschläge unterbreitest. Als nächstes schlägst Du das Haus als „Führungselite“-Erholungsheim für die CSU vor…

    1. Rob sagt: Antworten

      Was denn? Das wäre doch eine win-win-Situation. Die reisen in die Vergangenheit und wir ham se weiter…

  3. TomTe sagt: Antworten

    Das gestrige Abendbrot scheint nun doch recht üppig ausgefallen zu sein! Heute kein Eintrag von ROB!

    1. Rob sagt: Antworten

      Ja, Euer Leben ist schon schlimm…

  4. Haustier sagt: Antworten

    Mir scheint, der Robert meint es mit den „faulen zwei Wochen“ ernst! Dabei sei daran erinnert, dass er für das was er bisher getan hat auch keine Fleißkärtchen verdient. Oder wie steigert das unser BSP, sichert es meine Rente???

    1. Rob sagt: Antworten

      Keine Sorge, es ist unwahrscheinlich, dass Du Dein Renteneintrittsalter von 85 wirklich erreichst…

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