Sri Pada – endlich was für Nordeuropäer

Heute war also der Tag voller Action, wobei es natürlich schon gestern losging. Direkt nach dem Verfassen des gestrigen Beitrags (20 Uhr) ging es ab ins Bettchen. Aufstehen ist ja schließlich um 2 Uhr morgens, da will man ja nicht völlig verschlafen…was ist das für ein Lärm auf dem Flur?

Die Belegungsliste zeigte fast alle Zimmer belegt für Botzkop Plotnovsky (oder so ähnlich). Schon wieder Russendisko? Genau genommen waren es die anderen Russen, die den Sender Gleiwitz überfallen haben, aber kennste einen, kennste alle… Also dann gegen 21:30 Uhr Ohropax gesucht und fünf Minuten später eingeschlafen.

Vor der Tür warten um zehn nach zwei im Regen schon Janina und Max aus Stuttgart. Also Nachtwanderung 8 km lang und 1.100 m hoch (überwiegend 5.500 Treppenstufen). Ich kann schonmal sagen mit den Schwaben ist sicher kein Krieg zu gewinnen. Max macht nach einem Drittel schlapp und dreht wieder um. Auch mir wird dann vor dem letzten Drittel einfach schlecht.

Irgendwie findet mein Körper die Mischung aus Uhrzeit, Beanspruchung und letzter Mahlzeit komisch. Mit einer klebrig-süßen Limo kann ich Ihn dann aber beschwichtigen und es läuft dann so gut, dass wir kurz vor halb fünf fast oben sind. Sonnenaufgang ist aber erst gegen sechs Uhr.

Also ab in das letzte Zelt vor dem Gipfel in dem Getränke und Gedöns verkauft wird. Dort warten wir eine Stunde. Dabei fällt auf, dass das hier eine sehr nordeuropäische Veranstaltung ist. Skandinavier, Holländer und Deutsche bilden den Kern. Amerikaner, Aussies und Kiwis runden das ab. Insgesamt eine sehr hellhäutige und -haarige Veranstaltung. Bisweilen wirkt es wie ein Wikingerausflug.

Nach einer Stunde geht es dann im Pulk auf den Gipfel zum Kloster. Ein kleiner Hund freut sich so sehr über den arischen Aufmarsch, dass wir ihn Adolf taufen. Ja, es sind noch fast 30 Minuten bis zum Sonnenaufgang und irgendwie muss man sich ja die Zeit vor dem Kloster vertreiben. Der Regen hat mittlerweile aufgehört, dafür stürmt es aber ganz ordentlich und frisch ist es auch.

Gegen sechs wird es langsam hell, also Schuhe und Socken aus und rein ins Kloster. Ja was? Ist ein buddhistisches Kloster, da gilt nicht nur Helm ab, sondern auch Schuhe aus. Und das Genöle von wegen sechs Uhr morgens, 2260 m über NN und das „Kloster“ ist kein Gebäude sondern ein nasser Steinsockel zählt nicht!

Mit dem nahenden Sonnenaufgang hört der Wind aber schlagartig auf und die Mönchskapelle spielt groß auf. Wir sehen, dass wir sowohl überhalb, als auch unterhalb der Wolken sind.

Die Sonne bekommen wir aber nicht zu sehen. Dennoch kann sich der Ausblick von hier oben sehen lassen.

Wirklich eine gelungene Veranstaltung, die man aber – wie eigentlich alles – selbst erlebt haben muss, da die körperliche Erschöpfung, die gebannt wartenden Menge und die trommelnden Mönche weder in Bildern, noch in Worten wiedergegeben werden können.

Auf dem Weg nach unten nölt Janina dann wegen Ihrer Leiste rum (und hört bis unten nicht mehr damit auf). Meine Einwände ich könne da nix machen und sie könne ja umdrehen, wenn sie nicht runter will, lässt das Genöle nicht verstummen. Immerhin gibt eine der Pausen Gelegenheit für ein kaum gestelltes Bild.

Unten gibt es erstmal einen stinkigen Max. Die Polen haben nicht nur am Abend Stimmung verbeitet, sondern auch den Berg sausen lassen und lieber um 7 Uhr alle im Haus geweckt. Mir ist das zu dem Zeitpunkt wurscht. Ich will mein Frühstück, da die Zuckerdröhnung wieder nachlässt.

Danach geht es schon mit dem Bus nach Hatton und weiter nach Kandy, wo heute die opulente Übernachtung im Queen´s Hotel auf dem Plan steht. Aber dazu schreibe ich morgen etwas. Bin merkwürdigerweise etwas groggy.

22 Kommentare

  1. TomTe sagt: Antworten

    Wo ist die kurze Cargohose?

    1. Haustier sagt: Antworten

      Durch die Blume hat er ja zugegeben ein Weichei zu sein!

    2. Rob sagt: Antworten

      Beim Warten vor dem Gipfel war mir mit langer Hose, T-Shirt, Langarmshirt, Kapuzenpulli und Jacke definitiv nicht warm. Insofern stand die kurze Hose nicht zu Wahl.

      1. Haustiers dickes Weib sagt: Antworten

        Hinter dir sind aber welche in kurzer Hose und Flipflops. Muss gerade an eine Gruppe Japaner denken, die in ähnlicher Kluft bei Schneegestöber aufs Jungfraujoch mit 3500 m fuhren. Die Harten (oder Bekloppten) gibt es überall.

        1. Rob sagt: Antworten

          Bedenke, das das gegen 8 Uhr auf dem Weg zurück war. Die im Hintergrund sind erst nach 6 Uhr losgelaufen. Hinzu kommt, dass uns um zwei Uhr unten auch tierisch warm war. Richtig frostig wurde es erst auf den letzten Metern…und barfuß beim Warten auf Sonnenaufgang.

  2. Haustier sagt: Antworten

    Also ich hätte das ja mit links ohne Limo geschafft. Ganz bestimmt.

    Gibt es da keine Straße nach oben?

    Ansonsten sieht mir die Landschaft sehr nach Far Cry 4 aus. Haben die die Umgebung nach dem Spiel gestaltet?

    1. Haustiers dickes Weib sagt: Antworten

      Ohne Limo-sine? Fraglich!

    2. Rob sagt: Antworten

      Nein. Streiche „mit links ohne Limo“ und ich habe immer noch Zweifel. Habe mit eddo Meadow im Ulthen-Tal auch mal 900 Höhenmeter auf kurzer Strecke gemacht, aber das hier war schwieriger.
      Eine Straße jibbet in der Form der Treppe, wenn Deine Limo-sine also Treppen steigen kann, „dann schaffst auch Du das!“
      Bezüglich der Gestaltung der Landschaft müsste ich einen der Mönche fragen. Fahre aber heute nicht mehr zurück. Du kannst ja fragen, wenn Du da bist.

  3. Haustiers dickes Weib sagt: Antworten

    Die rote Hosennaht eignet sich aber nicht für Dschungelkriege bei Rust oder Tarnverstecke in den Teefeldern vor Ort, falls der Russe nicht nur feiert, sondern angreift.

    1. Rob sagt: Antworten

      Das ist richtig, aber in bestimmten Situationen mag man ja auch gesehen werden.
      Außerdem bin ich mit den Hosen und meinen Blauzahn-Kopfhörern (da mache ich nochmal was zu) für die Aborigines die Sensation…

      1. Haustiers dickes Weib sagt: Antworten

        In der Tourismusschwemme, die du beschreibst, muss man sich anscheinend auch Mühe geben um aufzufallen. Die armen Aborigines haben da ja einiges zu verdauen. Gut, dass dir immer noch die Zurückgezogenheit der heimischen Fußballplätze bleibt.

        1. Haustiers dickes Weib sagt: Antworten

          Ps: Ist das Feuerrote unter der Jacke ein Funktionsleibchen?

          1. Rob sagt:

            Das Feuerrote sind die Rennstreifen an meiner Jacke. Das Du die noch nie gesehen hast. Ist doch meine Alltags-, Fahrrad-, Regenjacke.

        2. Rob sagt: Antworten

          Eigentlich ist es durchaus möglich dem Trubel oft aus dem Weg zu gehen…aber gelegentlich…selten…fast nie…da möchte ich mich einfach beschweren!

          1. Haustiers dickes Weib sagt:

            Bei deinen letzten Italienbesuchen war es wohl etwas zu warm für sie, und in München sehe ich dich ja nur am Grill…in kurzen Hosen. Bin gespannt, ob du auf Aitutaki auch Russen triffst…

          2. Rob sagt:

            Hmm…bedenklich. Was Aitutaki betrifft will ich mein Geld zurück, wenn es dort Russen gibt. Bei den Flugpreisen kann man ja eine RFZ (Russen-freie-Zone) erwarten?!

  4. Haustier sagt: Antworten

    Ach, eins noch:

    Stoppt Funktionskleidung im zivilen Raum!

    Diese wichtige politische Forderung wurde bisher zwar nur von der Partei aufgegriffen, das macht sie aber nicht weniger richtig!

    1. Rob sagt: Antworten

      …und ich hatte sogar noch ein Funktions-shirt an! Unter Umständen ist das recht praktisch. Wenn alles nassgeschwitzt ist und die Luftfeuchtigkeit 100 % ist, werden die Sachen zumindest irgendwann trocken. Mein Kapuzenpulli ist trotz Klimaanlage immer noch nicht getrocknet…

  5. das Drachenjunge sagt: Antworten

    Bei dieser beeindruckenden Aussicht und den bereits vorhandenen Stufen ist das durchaus einen Ausflug wert. Fehlt mir persönlich nur noch, dass ich „Achtung“ in ausreichend vielen Sprachen rufen kann, wenn ich die anderen aus dem Weg komplimentieren muss um zu überholen. – wenn der Treppenlift nachgerüstet wurde!

    1. Rob sagt: Antworten

      Da müssen wir wohl mal wieder Krieg führen. Danach können erfahrungsgemäß viele Menschen zumindest die wichtigsten Vokabeln (Achtung, Hände hoch, …).
      Auf den Treppenlift wirste noch warten müssen. Allein auf dem letzten Drittel gibt es das Geländer zur Monatge. Unten wurde das gespart.

  6. Bambi sagt: Antworten

    Ich glaub, wir haben uns echt schon ganz schön lange nicht gesehen – wo kommen denn die Falten um die Augen her? Die waren letztes Mal aber noch nicht da!

    1. Rob sagt: Antworten

      Da siehste mal wie viel ich lachen musste…

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