Das sind mir jetzt echt zu viele Touristen hier!

Ich sage das jedes Mal, wenn ich einen nicht-Aborigine außerhalb des Hostels treffe. Muss man sich also nix bei denken… Aber der Satz kam heute an unserem ersten Zwischenstop auf dem langen Weg von Golden nach Jasper von Eddo Meadow.

Besagter erster Stop war Lake Louise,

der auch noch größtenteils zugefroren war. Irgendwer hatte uns empfohlen vorher zu schauen, ob der See zugefroren ist. Aber wir kamen sowieso vorbei und konnten auch nichts zu einem beschleunigten Auftauen beitragen.

Es hat leider aber auch die Horden von Touristen – die Edda zu viel waren – nicht davon abgehalten vorbeizuschauen.

Das Chaos war sogar so groß, dass sich die Kanadier bemüßigt sahen einige gelbe, atmende Ampeln vor den Parkplätzen einzusetzen.

Ja, so richtig viel zu tun hatten sie nicht. Das ist aber auch gut so, da unsere ostasiatischen Freunde Probleme haben deren Gesten zu verstehen. Das kann eine Polizistin aus Vancouver bestätigen, die fast von zwei hysterisch kreischenden chinesisch-koreanisch-japanischen Hühnern von rechts über den Haufen gefahren wurde, als sie mich in die Kreuzung winkte.

Etwas weniger los war am Lake Peyto…

der aber nur über einen schmalen Weg zu erreichen war, der mit überfrorenem, knietiefem Schnee bedeckt war.

Der Weg runter war dann eher so polonaise-artig, da sich vorne einige Chinesen – bzw. Chinesen die mit den Deutschen verbündet waren bzw. Chinesen, die von den Chinesen unterjocht wurden, die mit den Deutschen verbündet waren – arg einen abgebrochen haben mit ihren schief abgelaufenen Turnschuhen den Hügel herunterzukommen.

Wobei ich zugeben muss, dass sich auch Edda etwas abgemüht hat. Auf meinen Hinweis, dass man im guten deutschen Stechschritt die Hacken sehr schön ins Eis hacken kann, nölte sie nur, dass sie nicht gedient hat. Vielleicht ist der Stechschritt eine Erbkrankheit, nur auf männlicher Seite dominant und auf weiblicher Seite rezessiv vererbt wird?

6 Kommentare

  1. Haustiers dickes Weib sagt: Antworten

    Das mit den Hacken im Eis habe ich gestern auch gehört, und das Haustier war so zugegebenermaßen deutlich eleganter auf dem Schnee unterwegs als ich mit passenderem Schuhwerk. Ansonsten scheinen die Kanadatouristen von vorn herein beherzter an unbequeme Witterungsbedingungen heranzugehen als US-amerikanische. Hier trennt sich an den den verschneiten Kraxelwegen doch die Spreu von Weizen, so dass wir am Ende meist allein waren (bis auf die Fipflophelden, die hinterher vermutlich Frostbeulen an den Zehen hatten).

    1. Rob sagt: Antworten

      Das so viele unterwegs waren lag am Schild „10 Minuten Fußweg“ was natürlich nur ohne Schnee galt…

  2. Haustier sagt: Antworten

    Mich wundert, dass ihr keine Touristen auf dem Eis auf der Suche nach dem See entdeckt habt…

    1. Rob sagt: Antworten

      Prinzipiell vorstellbar, aber leider war der See vom Ufer her getaut. Sie haben es also nicht bis aufs Eis geschafft.

  3. TomTe sagt: Antworten

    Einmal die Polonaise-Chinesen von hinten angeschupst und schon hätte sich der 10minütige Fußweg für diese Spezies drastisch verkürzt!

    1. Rob sagt: Antworten

      Leider nicht. Das hat vor mir schon jemand versucht, was dazu geführt hat, dass ein laut wehklagendes Weib am Wegesrand stand. Daraufhin setzte das Autobahnverhalten ein: Alle sind gaaaaanz langsam vorbeigegangen in der Hoffnung, das der Wehklagenden irgendetwas interessantes zustößt.

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