Wo sind all die Pauschalurlauber?

So langsam geht die Zeit in Sri Lanka zu Ende und ich habe noch ganz viele Dinge auf dem Zettel, über die ich mal schreiben wollte. Wenn man Spaß hat verfliegt die Zeit selbst mit einem engen Zeitplan wie gestern:

  • Kite aus der Reparatur abholen
  • Rumlümmeln
  • Kite aufbauen
  • Rumlümmeln
  • Wind messen
  • Rumlümmeln
  • Debattieren wann der Wind kommt

Zudem konnten sich unsere Kitelehrer ausprobieren, ob sie bei einer schwankenden Windgeschwindigkeit zwischen 6 – 11 Knoten fahren konnten. Sie konnten nicht, womit wir sehr viel zu lachen hatten. Generell ist so ein Tag in netter Gesellschaft wirklich nicht schlimm.

Die Mitreisenden sind definitiv sehr angenehm und ich trage mich in der Hoffnung, dass das in Neuseeland auch so bleibt. Diejenigen, die hier ihren Urlaub von zwei oder drei Wochen verbringen sind die absolute Ausnahme. Es gibt Studenten auf langer Reise, Arbeitnehmer im Sabbatical, Unternehmer auf der Flucht vor der eigenen Firma und eine erhebliche Zahl von Leuten, die Ihrem alten Arbeitgeber die Brocken hingeschmissen haben und jetzt etwas Schönes machen.

Somit hat auch fast jeder eine interessante Geschichte zu erzählen: Angus und Peter über das Reisen in Indien und den Nordirlandkonflikt, Lukascz und Silvia über ihre Softwareschmiede in Warschau, Mirko und Monika über ihre Bäckereikette in Bremerhaven, John über das Arbeiten als Italiener in Dubai, Jonathan über Yoga in Frankreich, Australien und Asien, Aviv und David über Israel und die gesellschaftlichen Konflikte, Theresa über das arbeiten in einer „Anwaltei“ in Wien und vier Jahre als Kitelehrerin… Es wäre einfacher diejenigen aufzulisten, die keine spannende Geschichte zu erzählen hatten.

Was uns aber alle verbindet ist die Art des Reisens und da teilt sich diese Welt wirklich in zwei Sphären. Der klassische – hier nicht vertretene – Urlauber hat einen klaren, weil begrenzten, Zeitplan. Er muss in einem Minimum an Zeit möglichst viele Häkchen an die vom Reiseführer aufgegebenen Aufgaben machen.

Alle hier aufgeführten interessanten Reisenden sind dagegen solche, die des Reisens wegen reisen. Natürlich hat jeder gewissen Eckpunkte wann er in welchem Land ist und zumeist auch wie lange er sich in welcher Stadt aufhält. Darüber hinaus gibt es aber keine durchgeplanten Tage. Ich selbst habe das meiste über Colombo gelernt, als ich mich eher ziellos durch die Stadt habe treiben lassen. Auf der Fahrt nach Kalpitiya war ich erstaunt wie viele Ecken der Stadt ich vorher schon abgelaufen hatte.

So kann ich hier vor dem Ende der ersten Etappe schon sagen, dass das Reisen ist wie ich es mir vorstelle. Dafür braucht man natürlich Zeit, die man nicht immer bekommt. Aber fast jeder bekommt irgendwann einmal eine Gelgenheit, die er oder sie nur ergreifen muss…

Also liebe Kollegen: Mut zur Courage!

13 Kommentare

  1. TomTe sagt: Antworten

    …beneidenswert, eine Leben wie Jean Gabin in „Archimède, le clochard“. Das war aber lange vor Deiner Zeit!

    1. Rob sagt: Antworten

      Ich würde ja sagen alle Menschen die diese Buch gelesen haben oder diese Sprache sprechen sind schon lange tot, aber vielleicht stimmt das gar nicht…

      1. Haustier sagt: Antworten

        Na ja, wir sind ja auch noch nicht im Jahr 3000: https://m.youtube.com/watch?v=l2WB30lCXfQ

        1. Rob sagt: Antworten

          an die Folge kann ich mich noch gut dran erinnern…

  2. Haustiers dickes Weib sagt: Antworten

    Eine interessante Geschichte… „Jonathan über Yoga in Frankreich, Australien und Asien“. Ich freue mich jetzt schon darauf, wo du deinem Haustier diese Geschichte erzählst, mit allen Details und Spannungsaufbau (gern auch in den Muskeln mit kleinen Demonstrationen des nach oben schauenden Hundes?).
    Apropos, wie lautet der Titel deiner Geschichte?

    1. Rob sagt: Antworten

      Nein, diese Geschichten werde ich nicht alle erzählen. Da müsst Ihr selbst mal für ein halbes Jahr abhauen…das Leben ist grausam!

  3. Haustiers dickes Weib sagt: Antworten

    (Mein Handy baut böse Fehler ein….wer ihn findet, kann ihn behalten!)

  4. TomTe sagt: Antworten

    Und was machen dann all die Studenten auf langer Reise, Arbeitnehmer im Sabbatical, Unternehmer auf der Flucht vor der eigenen Firma und eine erhebliche Zahl von Leuten, die Ihrem alten Arbeitgeber die Brocken hingeschmissen haben, wenn sie mit dem etwas Schönes machen fertig sind?
    Fangen die dann wieder von vorne an?

    1. Haustiers dickes Weib sagt: Antworten

      Darum ist die Erde rund 😉

      1. Rob sagt: Antworten

        oder da wird jeder seine eigene Antwort drauf finden…

  5. Bambi sagt: Antworten

    Selten einen so …freundlichen Robert gehört. Reisen bekommt dir. Freut mich 🙂

  6. eddo sagt: Antworten

    Ja rob, danke für den blog….ich war damals zu faul, einen Blog zu schreiben…
    das Reisen bekommt dir sehr gut….

    1. Rob sagt: Antworten

      Ich glaube am Besten bekommt mir nicht arbeiten…

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